Geistliche Exerzitien nach Ignatius von Loyola
Die Geistlichen Exerzitien wurden von Ignatius von Loyola (1491–1556), dem Gründer des Jesuitenordens, entwickelt und sind bis heute ein bewährter Weg der geistlichen Vertiefung und Entscheidungsfindung. Es handelt sich um einen strukturierten Weg des Betens, Nachdenkens und inneren Ordnens – eine Art „geistliches Trainingsprogramm“, das auf die persönliche Begegnung mit Gott und das Hören auf seinen Willen ausgerichtet ist.
Der ignatianische Weg ist geprägt von der Frage:
„Was will Gott von mir – hier und heute?“
In Stille und Gebet lernen die Teilnehmenden, ihr Leben im Licht Gottes zu betrachten, zwischen den inneren Regungen zu unterscheiden (Unterscheidung der Geister), und Entscheidungen zu treffen, die zu mehr innerer Freiheit und tieferer Christusnachfolge führen.
Formen der Exerzitien
- Klassische Exerzitien (30 Tage)
meist in einem Kloster oder Exerzitienhaus, in völliger Stille. - Exerzitien im Alltag
über mehrere Wochen begleitete geistliche Übungen, eingebettet in den Alltag. - Einzelexerzitien oder kürzere Formate
z. B. Wochenenden oder stille Tage zur geistlichen Ausrichtung.
Geistliche Begleitung
In der Tradition der Exerzitien ist geistliche Begleitung zentral: Ein erfahrener Begleiter hilft, die eigenen Erfahrungen zu deuten und Gottes Wirken zu erkennen.
Ziel der Exerzitien
Gott mehr zu lieben, ihm mehr zu dienen – und in allem seinen Willen zu suchen und zu tun.
(Siehe auch: Ignatius, GE 23 – Prinzip und Fundament)
In Krakau bieten die Jesuiten im Umfeld der Basilika zum Heiligsten Herzen Jesu sowie über die Ignatianum-Akademie regelmäßig Exerzitien und geistliche Begleitung an. Auch unsere deutschsprachige Gemeinde greift immer wieder Impulse aus den Exerzitien auf – z. B. im Bibelkreis oder in Form geistlicher Impulse im Kirchenjahr.